Fasten-Tee

Fasten

Die Regale der Supermärkte sind überfüllt mit verschiedensten Lebensmitteln. Aus einer schier unendlichen Auswahl verschiedenster Produkte können wir frei wählen, wonach es uns beliebt. Frühere Generationen konnten sich dies nur erträumen. Heute unterziehen sich Menschen aus verschiedensten Beweggründen einem freiwilligen Verzicht. Dies kann religiöse, spirituelle, aber auch gesundheitliche Gründe haben. Doch bedeutet Fasten nicht gleich der Verzicht auf Nahrung. Fasten lässt sich als ein freiwilliger Verzicht einer Sache über einen bestimmten Zeitraum definieren. Dabei kann es ein (begrenzte) Verzicht auf Nahrung, einer schlechten Gewohnheit, oder einem Genussmittel sein.

Heilfasten

Schon früh erkannten die Menschen die gesundheitlichen Vorteile des Fastens. Bereits im Alten Griechenland sprach der als Vater der europäischen Heilkunde bekannte Arzt Hippokrates von Kos, dass eine gesunde Ernährung und eine ungestörte Ausscheidung ein wesentlicher Teil eines gesunden Körper und Geistes seien. Nach der Zeit von Hippokrates von Kos ist Fasten eher in den Hintergrund gerückt. Erst im Mittelalter wurde das Fasten wieder neu entdeckt. Die Benediktinerin Hildegard von Bingen entwickelte eine Dinkel-Gemüse-Kräuter-Kur, eine bis heute sehr beliebte Fastenmethode. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich das Fasten mit der Traditionellen Europäischen Medizin stark weiter. Dr. Otto Buchinger, welcher als Begründer des modernen Heilfastens gilt, revolutionierte das Fasten. In Kombination mit der F. X.-Mayr-Kur nach dem österreichischen Arzt F. X. Mayr wurde der Grundstein für das heutige Heilfasten, und eine Basis für viele weitere Fastenmethoden, geschaffen. Seither wurde dieses Naturheilverfahren immer weiter erforscht und entwickelt. Zahlreiche Studien belegten bereits, welche gesundheitlichen Vorteile Fasten mit sich bringt. Immer mehr Heilfastenmethoden entwickelten sich im Laufe der Zeit. Bis heute wird Heilfasten als Naturheilverfahren bei diversen Beschwerden eingesetzt.

Buchinger Heilfasten

Der deutsche Arzt Dr. Otto Buchinger (1878 – 1966) eröffnete 1920 Deutschlands erste Fastenklinik. In Kombination mit der F. X.-Mayr-Kur, einer Methode der Darmsanierung, gilt das Heilfasten nach Buchinger als Basis für die heutige Fastentherapie. Er selbst konnte sich durch eine zweieinhalbwöchige Fasten-Kurvon seinem Gelenkrheuma befreien. Beim Heilfasten nach Buchinger wird sich ausschließlich von Obst- und Gemüsesäften, Gemüsebrühen, Wasser oder ungesüßten Tees ernährt. Die Kalorienmenge beträgt nur noch rund 250 kcal pro Tag. Einige Studien, unter anderem eine der Buchinger Wilhelmi Klinik am Bodensee und der Universitätsklinik Charité Berlin, erwiesen bereits die vielen gesundheitlichen Vorteile des Buchinger Heilfastens. Das Heilfasten nach Buchinger lindert eine Vielzahl verschiedener Beschwerden und wird bis heute erfolgreich eingesetzt.

F. X.-Mayr-Kur

Der österreichische Arzt Franz Xaver Mayr (1875-1965) forschte wie Darmfunktion, Gesundheit und Entgiftung zusammenhängen. Er fand heraus, dass Ursache vieler Krankheiten im direkten Zusammenhang mit der Darmflora stehen. Er entwickelte die nach ihm selbst benannte F. X.-Mayr-Kur, eine Heilfastenmethode aus Milch und Semmeln. Hierbei werden morgens und mittags jeweils eine Semmel mit 250 ml Milch verzerrt. Das Wichtigste dabei ist, jeden Bisschen gründlich zu kauen. Hauptziel dieser Fastenmethode ist die Darmsanierung und das Entschlacken des Körpers. Die F. X.-Mayr-Kur dient als Prävention vieler Krankheiten.

Fasten nach Hildegard von Bingen

Hildegard von Bingen (1098 – 1179) war eine deutsche Benediktinerin und Naturheilkundlerin. Sie kreierte eine Dinkel-Gemüse-Kräuter-Kur. Neben der Heilung und Prävention diverser Krankheiten, soll diese Fasten-Kur vor allem die Seele bereinigen. Bei der Fasten-Kur nach Hildegard von Bingen wird sich ausschließlich von Dinkelprodukten, Gemüsesuppen, Kräutern und Tees ernährt. Für diese Fastenmethode empfiehlt sich eine Fastendauer von sechs bis zwölf Tagen. Diese Heilfastenmethode wird bis heute von vielen Menschen praktiziert.

Schrothkur

Die Schrothkur wurde von Herrn Fuhrmann Johann Schroth erfunden. Es ist eine Fasten-Kur, die anders als die meisten Fasten-Kuren, nicht auf der Basis einer anderen Fasten-Kur aufgebaut ist. Hauptziel dieser Fasten-Kur ist es den Körper zu entschlacken. Aber auch viele Krankheiten sollen durch die Schrothkur gelindert werden. Die Schrothkur ist in Trink- und Trockentage eingeteilt. An den Trockentagen wird nicht mehr als ein halber, und an den Trinktagen nicht mehr als 1,5 Liter getrunken. Neben Wasser und Tee sind auch Säfte und selbst Weine erlaubt. Durch den Wechsel der Trink- und Trockentage sollen Schlacken ausgeschieden, und körpereigenen Funktionen aktiviert werden. Ein Wickel fördert diesen Effekt und ist Teil der Schrothkur. Neben dem gesundheitlichen Aspekt hilft die Schrothkur auch bei der Gewichtsabnahme.

Basenfasten

Basenfasten ist eine Fastenmethode, die den Säure-Basen-Haushalt wieder ins Gleichgewicht bringen soll. Ein gesundes Säure-Basen-Verhältnis liegt bei 80/20. Während der gesamten Fastenzeit wird sich ausschließlich basisch (Obst, Gemüse, Sprossen, Kräuter) ernährt. Getrunken werden Wasser und ungesüßte Kräutertees. Die Kalorien pro Tag liegen bei circa 1.000 kcal. Ziel dieser Fasten-Kur ist es, den Körper zu entsäuern. Ein zu hoher Säureanteil im Körper kann die Gesundheit schädigen und Fettzellen anlegen. Eine Basenfastenkur kann vielen Krankheiten vorbeugen aber auch vorhandene Beschwerden lindern. Basenfasten kann selbst das Hautbild verbessern.

Intervallfasten

Intervallfasten ist die wohl derzeit beliebteste Fastenmethode. Sie ist auch unter dem Namen intermittierendes Fasten oder Teilzeitfasten bekannt. Berühmt wurde diese Fastenmethode vor allem durch bekannte Hollywood-Stars, die auf diese Fastenart schwören. Intervallfasten ist nämlich nicht nur eine Heilfastenmethode, sondern zielt auch speziell auf Gewichtsabnahme ab. Intervallfasten bedeutet über ein bestimmtes Zeitfenster fasten, und über ein anderes so viel essen wie man will. Die Zeitfenster variieren nach Variante des Intervallfastens. Die beliebteste Variante ist die 16:8-Methode. Hier wird 16 Stunden gefastet, wobei in den restlichen acht Stunden 2-3 Mahlzeiten verzehrt werden können, ohne dabei Kalorien zählen zu müssen. Natürlich sollte dabei grundsätzlich zu gesunden Lebensmittel gegriffen werden. Neben den typischen gesundheitlichen Vorteilen des Heilfastens verspricht Intervallfasten eine rasche Gewichtsabnahme ohne Jo-Jo-Effekt.

Suppenfasten

Suppenfasten ist die vereinfachte Form des Buchinger Heilfastens. Diese Fastenart ist ideal für die, die sich an das Fasten rantasten, und ihren Körper auf sanfte Art entschlacken möchten. Obwohl hier auch ausschließlich Obst- und Gemüsesäfte, Gemüsesuppen, Wasser und Tee verzehrt werden, sind beim Suppenfasten Kohlenhydrate erlaubt. Diese Fastenmethode lässt sich sehr gut in den Alltag integrieren.

Wasserfasten

Wasserfasten ist die reinste Form des Fastens. Sie ist auch unter dem Namen Nulldiät bekannt. Ziel des Wasserfastens ist es, den Körper zu entgiften. Bei dieser Fastenmethode wird ausschließlich Wasser getrunken. Alternativ darf zu ungesüßtem Kräutertee gegriffen werden. Auf Nahrung wird komplett verzichtet. Getrunken sollte mindestens 3 Liter pro Tag werden. Wasserfasten ist nicht für Menschen geeignet die zum ersten Mal fasten. Unerfahrenen, und denen die ohne ärztliche Aufsicht fasten, wird geraten, nicht länger als fünf Tage zu fasten. Grundsätzlich sollte aber immer vorab Absprache mit einem Arzt gehalten werden. Wasserfasten senkt das Risiko an diversen Zivilisationskrankheiten zu erkranken und verhilft zu schneller Gewichtsabnahme. Der Jo-Jo-Effekt ist bei dieser Art des Fastens allerdings vorprogrammiert.

Früchtefasten

Beim Früchtefasten wird sich ausschließlich von Früchten ernährt. Hierbei sind Obst, Gemüse und Schalenfrüchte erlaubt. Diese Fastenart ist nicht nur die leckerste, sondern auch sehr wirksam. Ziel des Früchtefastens ist es den Körper zu entschlacken. Die enthaltenen Fasern und das Wasser regen den Darm zusätzlich an und säubern ihn zudem. Diese Fastenart reinigt nicht nur den Körper, sondern stärkt auch das Immunsystem.

Molkefasten

Molkefasten ist eine Heilfastenmethode, die vor allem der Darmsanierung und Entgiftung der Leber dient. Wie auch bei der F. X.-Mayr-Kur werden hier schädliche Bakterien über den Darm ausgeschieden, während die Produktion der guten Bakterien gefördert wird. Der tägliche Speiseplan besteht aus einem Liter Diätmolke, Gemüsebrühen und Detox-Tees. Die Kalorien ergeben circa 300-400 kcal pro Tag. Molkefasten hilft dem Körper nicht nur zu entgiften, sondern fördert auch die Fettverbrennung. Bei Laktoseintoleranz sollte diese Heilfastenmethode vermieden werden.

Ayurvedafasten

Ayurvedafasten ist eine Fastenmethode, die individuell an das Dosha (Konstitution) des Fastenden angepasst wird. Als erstes wird hierbei der Dosha-Typ (Vata, Pitta, Kapha) ermittelt, wonach dann die Fastenzeiten bestimmt werden. Beim Ayurvedafasten wird sich von Warmen, wie gekochtes Gemüse oder Suppe, ernährt. Neben Wasser und Kräutertee sollte vor allem auch viel warmes Ingwerwasser getrunken werden. Beim Ayurvedafasten soll das Verdauungsfeuer (Agni) gestärkt werden, wodurch der Körper Schlacken ausscheiden kann. Der Stoffwechsel wird zudem angeregt und die Körperzellen mit neuer Energie versorgt.

Fasten und Religion

Seit Jahrtausenden wird in allen Welt- und Naturreligionen gefastet. Selbst Pharaonen oder aztekische Priester führten bereits dieses Ritual aus. Auch wenn der Brauch des religiösen Fastens in unserer heutigen Gesellschaft stark vernachlässigt wird, unterziehen sich noch immer Milliarden Gläubige dem freiwilligen Verzicht. Die Motive sind dabei ebenso unterschiedlich wie die Praxis. Gemeinsam haben die Praktizierenden aller Religionen jedoch, dass sie wegen ihres Glaubens fasten.

Fasten im Christentum

Die Fastenzeit im Christentum geht sieben Wochen, von Aschermittwoch bis Karsamstag. Sie sollen an die 40 Tage erinnern, an denen Jesus in der Wüste gebetet und gefastet hat. Diese Zeit gilt im Christentum als Zeit der Enthaltsamkeit. In dieser Zeit soll auf Fleisch, Genussmittel und schlechte Gewohnheiten verzichtet werden. Obwohl es sich hierbei eigentlich um einen römisch-katholischen Brauch handelt, fasten auch immer mehr Evangelisten freiwillig. In der Orthodoxen Kirche wird insgesamt viermal im Jahr gefastet. In der Fastenzeit von 40 Tagen wird hier auf Fleisch, Eier und Milchprodukte verzichtet.

Fasten im Islam

Der neunte Monat des islamischen Mondkalenders wird als Ramadan bezeichnet und verschiebt sich jährlich um ungefähr zwei Wochen. Gefastet wird hier von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang. In dieser Zeit sind neben Essen und Trinken auch Sexualität und Genussmittel verboten. Schwangere, Kranke und Kinder sind nicht verpflichtet zu fasten, dafür aber Speisen und Almosen an die Armen zu geben. Der Fastenmonat Ramadan soll von Sünden befreien und die Beziehung zu Gott stärken. Die Fastenzeit gilt als Zeit der Besinnung und gehört zu den fünf Säulen des Islams.

Fasten im Judentum

Das Judentum beinhaltet mehrere verschiedene Fastentage. Hier wird allerdings nie länger als 25 Stunden pro Feiertag gefastet. Der größte und wichtigste Fastentag im Judentum ist Jom Kippur, der Tag der Versöhnung. Hier wird den kompletten Tag auf Essen und Trinken, Sexualität, Genussmittel und Autofahrten verzichtet. Darüber hinaus duschen und arbeiten Gläubige an diesem Tag nicht. Der Körper soll gereinigt und von allen begangenen Sünden befreit werden.

Fasten im Buddhismus

Im Buddhismus gibt es keine vorgeschriebene Fastenzeit. Hier gilt es nach Buddhas Lehre der Weg der Mitte zu finden. So sollte weder ein Völle- noch ein Lehregefühl entstehen. Weniger essen erleichtert zudem die Meditation. Buddhistische Mönche und Nonnen essen daher täglich ab 12 Uhr mittags nichts mehr. An Feiertagen fasten viele Buddhisten freiwillig und bewusst.

Fasten im Hinduismus

Im Hinduismus gibt es, wie auch im Buddhismus, keine feste Fastenzeit. Jeder Hindu kann selbst entscheiden wie und wann er fastet. Im Hinduismus gilt Fasten als spirituelle Geste, um sich von innen zu reinigen oder einer Gottheit zu ehren. Viele hinduistische Gurus verzichten sogar auf alles, was nicht überlebenswichtig ist. Wie auch bei den Buddhisten, unterzeihen sich aber die meisten Hindus vor allem an Feiertagen dem freiwilligen Verzicht. Viele Hindus sind auch dank Mahatma Gandhi vom Fasten überzeugt, er fing früh mit dem spirituellen Fasten an und trat in den Hungerstreik, um seine Meinung zu vertreten.

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